Was Du heute kannst besorgen.....

intercultural awareness business coaching and training hamburg

.… das verschiebe nicht auf morgen.

 

Oder doch lieber

 

…. das verschiebe ruhig auf morgen. Denn was Du heute kannst erleben kann Dir morgen keiner geben. 

 

Was ist in Ihrer Kultur maßgeblich: der Blick auf das Hier und Jetzt oder der Blick in die Zukunft?

 

In diesem Artikel zu der sechsten und letzten Hofstede’schen kulturellen Dimension geht es genau um das: den zeitlichen Fokus einer Kultur. Liegt der eher im Heute oder in der Zukunft? Welche Werte verbinden Sie und Andere mit dem jeweiligen Fokus?

Das ist ein Kontrast, der besonders in der Zusammenarbeit zwischen Kulturen an den Polen dieser Dimension – Langzeitorientierung und Kurzzeitorientierung – zu Konflikten führen kann. Konkret ist hiermit bei Langzeitorientierung der Fokus auf zukünftige Belohnungen für jetzige Anstrengungen gemeint. Bei der Kurzzeitorientierung geht es mehr um das Erleben im Hier und Jetzt, oder vielleicht sogar der Vergangenheit. Hier sind auch Traditionen, besonders in der Familie, wichtig.

 

In Kulturen mit Langzeitorientierung finden Sie folgende Merkmale:

  • Durchhaltevermögen und Sparsamkeit sind wichtige gesellschaftliche Werte.
  • Menschen sind gewillt sich anderen unterzuordnen, wenn der Zweck dies rechtfertigt.
  • Vorschulkinder werden eher von Müttern betreut.
  • Das ‚hohe Alter‘ wird als eine glückliche Zeit betrachtet und beginnt, relativ gesehen, früh.

In der Arbeitswelt wirkt sich Langzeitorientierung folgendermaßen aus:

  • Die Werte des Lernens, der Ehrlichkeit, Anpassungsfähigkeit, Verantwortung und Selbst-Disziplin sind besonders wichtig.
  • Die Langzeitentwicklung der Profite ist wichtige als die diesjährige „bottom line“.
  • Persönliche Netzwerke werden ein Leben lang gepflegt.
  • Mehrdeutige Situationen werden als normal angesehen. („Wenn A richtig ist, kann das Gegenteil von A, also B, auch richtig sein.“)

Im Gegensatz dazu kennzeichnen eher folgende Merkmale Kulturen mit Kurzzeitorientierung:

  • ‚Quick wins‘, also die schnelle Belohnung von Anstrengungen wird erwartet.
  • Gesellschaftlich besteht eher Druck, Geld auszugeben, als zu sparen.
  • Kinder bekommen Geschenke aus Liebe und um Spaß zu bereiten.
  • Bescheidenheit wird vornehmlich mit Frauen assoziiert.

In der Arbeitswelt wirkt sich die Kurzzeitorientierung folgendermaßen aus:

  • Die Werte Freiheit, Rechte, Leistung und eigenständiges Denken werden hoch gehalten.
  • Der finanzielle Fokus liegt auf der aktuellen „bottom line“.
  • Netzwerke und Loyalitäten variieren nach den Gegebenheiten des Geschäfts.
  • Moralisch gibt es universell akzeptierte Annahmen, was gut und was böse ist.

Um das Ganze bildlicher zu machen, stellen Sie sich vor, dass ein Projektleiter und seine Chefin aufeinander treffen. Sagen wir, der Projektleiter kommt aus Asien und die Chefin aus Nordamerika. Die monatlichen Ziele des Projektes werden nicht erreicht. Die Chefin hat das gerade festgestellt und ihren Projektleiter zur Rede gestellt. Was könnten die wichtigen Punkte der beiden Menschen für dieses Gespräch sein?

 

Der Chefin geht es sicher darum, das Ruder noch herumzureißen, den Grund für die Entwicklung zu verstehen und zu entschärfen, und vor allem, gleich in Aktion zu gehen. Dem Projektleiter ist mit hoher Wahrscheinlichkeit bekannt, warum es da ein Problem gibt. Er hat sicher schon Gegenmaßnahmen eingeleitet, die aber vielleicht eher langfristig orientiert sind. Wenn das Problem mit seinem Team zu tun hat, wird er es sicher im Team lösen wollen.

 

Sie haben sicher schon erahnt, dass es hier kein „one size fits all“ Lösung (ein passende Lösung für alle Situationen) gibt, aber das Wissen um die Befindlichkeiten und die Werte, die das Verhalten dieser Gesprächspartner meist komplett unbewusst steuern, ist die beste Grundlage um das Thema zu einer beidseitig zufriedenstellenden Lösung bringen.

 

Und damit – und mit einem Einblick, warum der ‚Weltspartag‘ zum Beispiel in Österreich und Deutschland existiert, aber nicht in den USA - wünsche ich ihnen ‚happy intercultural teamworking‘! 

 

 

Unter den Links finden Sie die vorhergehenden Artikel zu Maskulinität, Genuss, Individualismus und Kollektivismus, Unsicherheitsvermeidung, Machtdistanz, Hofstede, kulturelle Missverständnissen

 

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